Anlass
Aus PR-Woerterbuch
Wesentliches Kriterium für ein Ereignis oder einen Sachverhalt, wenn Journalisten darüber berichten sollen. Ein Anlass unterscheidet sich zunächst von einem Grund: Ein Grund ist eine zugrunde liegende Ursache (Kraft, Wirkung), die immer vorhanden ist, ein Anlass ist hingegen nur die Manifestation des Grundes, die dann sehr zufällig ausfallen kann.
Beispiel: Ein Seil reißt und eine Brücke stürzt ein; der Grund ist die Schwerkraft, die immer (schon) da ist; der Anlass ist die Manifestation der Schwerkraft in der Tatsache, dass das Seil irgendwann (eben: gerade jetzt!) der Belastung nicht mehr gewachsen ist. Beispiel: Ein Mitarbeiter kommt immer zu spät und zieht sich den Zorn seines Chefs zu; irgendwann ist der Zorn so groß, dass der Chef den Mitarbeiter loswerden will. Der Grund ist der Zorn, der Anlass kann der nächste Morgen sein, wo der Chef das konkrete Zuspätkommen an diesem Tage „zum Anlass nimmt“, um eine Sanktion zu verhängen. Der Anlass hat also stets einen einen konkreten Bezug zur Aktualität, d.h. er signalisiert das Eintreten einer relevanten Veränderung (Information). Eine der Aufgaben von PR liegt in der findigen Erzeugung von Anlässen durch Kreation von Pseudo-Ereignissen wie Pressekonferenzen, Events etc.
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