Ethik

Aus PR-Woerterbuch

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Richtlinien für ethisches Verhalten der PR-Fachleute wurden auf internationaler Ebene durch verschiedene Codizes formuliert: Ein „Code d\'Ethiques“ der PR wurde von der Conféderation Européenne des Relations Publiques (CERP) erstmalig am 11.05.1965 in Athen formuliert (Code d'Athnes). Er ist an den Menschenrechten, an der Würde und dem Wert der menschlichen Person orientiert. Eine Erweiterung dieses ersten Ethik-Codes wurde am 16.04.1978 in Lissabon (Code de Lisbonne) als Kodex der Verhaltensgrundsätze in der Öffentlichkeit beschlossen. Die Deutsche Gesellschaft für Public Relations (DPRG) hat den Code d'Athnes am 11.05.1991 auch in die Präambel der Satzung der DPRG übernommen.
Die Codes haben sich in der Praxis allerdings oft als wirkungslos erwiesen, weil zum einen die zu sanktionierenden Tatbestände nicht nach harten Kriterien erfasst werden können (Wo liegt die Grenze für „wichtige Informationen“ oder „faire Mittel“, „Aufrichtigkeit“, "Aufrichtigkeit"" etc.?).

Zum anderen haben sie einen schweren Normenkonflikt nicht aufgelöst: Sie fordern von den PR-Schaffenden einerseits, dass sie sich an die Wahrheit halten (diese nicht irgendwelchen Interessen unterordnen) und andererseits, dass jeder PR-Schaffende gegenüber seinem Kunden loyal ist. Versteht man Kommunikationsmanager aber als einen Typ von Anwalt, der die kommunikativen Belange seines Mandanten zu vertreten hat, so ist klar, dass hier ein unauflösbarer Widerspruch besteht.

Wesentlich griffiger sind dagegen Ethik-Codes für Unternehmen, etwa der Code of Corporate Governance oder Verpflichtungen wie Sustainable Development, Corporate Citizenship oder ein eigener Code of Conduct, weil diese die ggf. freiwillige Verpflichtung enthalten, sich zu einem Code zu bekennen. Solche Codes gewinnen derzeit an Bedeutung, aber auch die Ernennung von Ethik-Beauftragten in Organisationen etc. Bentele/Andres (2005: 22) sprechen neben dem deutschen Code of Corporate Governance von weiteren 47 Codes allein in Europa. [Avenarius 1998]

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