Public Relations, Geschichte
Aus PR-Woerterbuch
Die ältesten historischen Zeugnisse für PR sind in den fünf Büchern Mose (Pentateuch) abzugreifen: Danach muss der Prophet Moses als erster Kommunikationsmanager gelten, ein gewaltiger Kommunikator, der den Modus der Propaganda erfindet, vierzig Jahre lang einem Unternehmen vorsteht, das aus der Sklaverei schließlich in ein Land führt, wo Milch und Honig fließen (vgl. Fischer-Appelt 2006; Merten 2006) und dort schlussendlich eine ausnehmend positive Unternehmensbilanz hinterlässt. Zeitlich spielt diese Epoche etwa 1500 v. Chr., doch man kann, wie bei der Propaganda üblich, deren Wahrheitsanspruch nirgendwo dingfest machen.
Andere frühe Zeugnisse sind vor allem aus dem jeweiligen politischen System überliefert: Alexander der Große, Cäsar und viele andere zeigen ein kommunikatives Verhalten, das der von Aristoteles speziell für Alexander verfassten Rhetorik folgt und in ihrem Arrangement deutliche Elemente von Corporate Social Responsibility, Sponsoring und wiederum Propaganda aufweist. Das Mittelalter befestigt den Modus der Propaganda, liefert aber – hier wäre vor allem Martin Luther (1483-1546) anzuführen – auch die ersten Medienkampagnen in Form von Flugblättern.
Dem Siegeszug der Medien, nicht unwesentlich erleichtert durch die Einführung der Schulpflicht im 19. Jahrhundert, folgten die ersten Anfänge der Unternehmens-PR, zuerst in den USA, später in Europa (vgl. Cutlip 1994). Die „Declaration of Principles“ von Ivy Lee (1906) und die Formulierung von PR als Beruf („Counsel in Public Relations“) durch Edward Bernays (1923) sind weitere Meilensteine.
Die deutsche PR-Geschichte kreist vor allem um Domizlaff (1892-1971), Hundhausen (1893-1977) und Oeckl (1909-2001). Die Gründung der Deutschen Public-Relations Gesellschaft (DPRG) im Jahr 1958 und die Übernahme ethischer Grundsätze durch die DPRG am 31.8.1966 markieren den Beginn einer Professionalisierung von Public Relations in Deutschland, die allerdings noch einen weiten Weg vor sich hat
[Cutlip et al. 1994: 103ff.; Kunczik 2002: 101ff.; Létang/Pieczka 2006: 111ff.; Szyszka 1997]
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