Stichprobe
Aus PR-Woerterbuch
Eine Stichprobe ist eine Auswahl aus einer Grundgesamtheit. Sie ist dann repräsentativ, wenn sie in Bezug auf bestimmte Merkmale (etwa: Alter, Geschlecht, Bildung, Beruf) ein getreues Abbild der Grundgesamtheit darstellt. Dabei gilt: Je größer die Streuung der Merkmale, desto größer muss die Stichprobe definiert werden, damit sie mit angebbarer Wahrscheinlichkeit die Grenzen eines festzulegenden Intervalls (Konfidenzintervall) nicht überschreitet. Die Größe der Stichprobe allein sagt nichts über deren Repräsentativität aus: wären alle Menschen in der Bundesrepublik gleich (d.h. wäre die Varianz des relevanten Merkmals gleich Null), würde ein Stichprobenumfang von n=1 völlig ausreichen. In der Umfrageforschung wird für eine repräsentative Befragung der Einwohner (über 16) der Bundesrepublik Deutschland bei einer vorgegebenen Toleranz von 2% ein Stichprobenumfang von n = 2037 als ausreichend angesehen. Ist die Grundgesamtheit sehr klein, so ist es wegen der großen Varianz ggf. sinnvoll, alle Beteligten zu befragen, also eine Vollerhebung durchzuführen.
Eine repräsentative Stichprobe kann man durch Zufallsauswahl gewinnen. Eine Zufallsauswahl ist eine Auswahl (Stichprobe), bei der jedes Element der Grundgesamtheit die gleiche Chance hat, in die Stichprobe zu gelangen (Zufallsstichprobe, Random-Route-Verfahren etc.). Andere Formen der Stichprobe sind die bewusste Auswahl, hier vor allem das Quota-Verfahren, bei dem die Stichprobe auf der Basis bereits bekannter Merkmale in der Grundgesamtheit gebildet wird.
Das Verfahren der künstlichen Woche ist für die Inhaltsanalyse wichtig. Dabei wird der Erhebungszeitraum für Medieninhalte (z.B. Zeitungsartikel) auf eine gesamte Woche festgesetzt. Um aber ereignisüberstrahlte Effekte (etwa: die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland) oder saisonale Effekte (etwa: die Weihnachtszeit) auszuschalten, wird der Erhebungszeitraum nicht en bloc, sondern 7 Mal im Abstand von n Tagen abgearbeitet (wobei n nicht durch die Zahl 7 teilbar sein darf). Theoretisch handelt es sich dabei um einen Typ von Klumpenstichprobe.
[Noelle 1963]
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